Die vietnamesische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 zwei Millionen aktive Unternehmen zu haben, und Start-ups gelten als wichtiger Motor der Wirtschaft. Für gescheiterte Unternehmen ist es jedoch äußerst schwierig, sich vom Markt zurückzuziehen.

Es ist ein Paradoxon: Obwohl ein Unternehmen seit vielen Jahren nicht mehr tätig ist, keine Umsätze erzielt und keine Rechnungen ausstellt, muss es dennoch eine Reihe ausstehender Verpflichtungen erfüllen, um sich offiziell auflösen zu können.
Nach Angaben von Unternehmern gibt es Firmen, die bereits seit fünf bis sieben Jahren oder sogar noch länger „geschlossen“ sind, aber dennoch aufgefordert werden, die über viele Jahre aufgelaufenen Steuererklärungen nachzureichen. In manchen Fällen beläuft sich der zu zahlende Betrag auf mehrere hundert Millionen Dong.
Die Steuerbehörden greifen zudem auf Verwaltungsmaßnahmen zurück oder verhängen Ausreiseverbote für Vertreter oder Unternehmensinhaber, die ihre Steuerpflichten noch nicht erfüllt haben.
Dieses Instrument übt erheblichen Druck aus, um die Steuerzahler zur Klärung ihrer Angelegenheiten zu zwingen, wirft jedoch auch Fragen hinsichtlich der Vorgehensweise gegenüber Unternehmen auf, die ihre Geschäftstätigkeit tatsächlich schon seit langem eingestellt haben.
Warum kann es bei einem Unternehmen, das seit vielen Jahren nicht mehr tätig ist, dazu kommen, dass sich Verwaltungsauflagen und Geldstrafen so weit anhäufen, dass der Unternehmer nicht mehr in der Lage ist, diese zu begleichen?
Wenn die Aufsichtsbehörde feststellt, dass ein Unternehmen nach sechs Monaten oder einem Jahr nicht mehr tätig ist, warum verfügt der Staat dann nicht über einen Mechanismus zur Frühwarnung und zur Anleitung bei der Erledigung der Formalitäten, anstatt Verstöße über viele Jahre hinweg andauern zu lassen und erst dann dagegen vorzugehen?
Dies wirft eine schwierige Frage auf: Die Unternehmensführung besteht nicht nur darin, Unternehmen beim Markteintritt zu kontrollieren, sondern muss auch einen angemessenen „Ausweg“ bieten, wenn sie geschäftlich scheitern.
Wenn der Markteintritt vom Staat gefördert wird, der Rückzug aber, wie gerade beschrieben, zu kostspielig ist, entsteht ein äußerst ungünstiges Geschäftsumfeld.
Denn ein gescheitertes Unternehmen dazu zu zwingen, „wieder zum Leben zu erwachen“, nur um eine Geldstrafe zu zahlen, bevor es „sterben“ darf, widerspricht der Zusage von Premierminister Lê Minh Hưng, den Unternehmen zur Seite zu stehen.
Hồng Lĩnh – Thoibao.de










