SECHS JAHRE DEM PROJEKT HINTERHER – DEUTSCHER KONZERN VERLIERT MEGAPROJEKT ÜBER 48.000 MILLIARDEN VND AN EIN NICHT EINMAL EIN JAHR ALTES VINGROUP-UNTERNEHMEN

Der deutsche Energiekonzern PNE AG verfolgte das Windkraftprojekt Hòn Trâu über sechs Jahre hinweg – seit 2019, als das Projektgebiet noch zur Provinz Bình Định gehörte, also vor der Verwaltungszusammenlegung. In dieser Zeit wurden Untersuchungen durchgeführt, Verhandlungen geführt, mit den lokalen Behörden gearbeitet – und es wurde gewartet: auf Planungen, auf Mechanismen, auf Richtlinien, auf politische Entscheidungen. Sechs Jahre sind nicht nur Zeit – sie bedeuten Geld, Einsatz und Vertrauen in das Investitionsumfeld Vietnams.

Am Ende jedoch fiel das Ergebnis an die Aktiengesellschaft VinEnergo Energy, ein Mitglied der Vingroup – ein Unternehmen, das noch keine zwölf Monate existiert. VinEnergo setzte sich gegen Trung Nam und sogar gegen PNE AG selbst durch und wurde als Investor ausgewählt, der die Anforderungen für die erste Phase des Windkraftprojekts Hòn Trâu erfüllt – mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 48.000 Milliarden VND und einer geplanten Leistung von 750 MW.

Eigentlich hätte dies ein Wettbewerb um Finanzkraft, technische Erfahrung und langfristige Investitionsbereitschaft sein müssen. Doch die Realität deutet auf etwas anderes hin: Der deutsche Konzern scheiterte nicht aus mangelnder Leistungsfähigkeit, sondern weil sich die Spielregeln genau in dem Moment änderten, als er keinen Vorteil mehr hatte. Eine neue Verordnung trat in Kraft – und die Tür schloss sich umgehend für ausländische Investoren, während sie sich für ein inländisches Unternehmen öffnete, das gerade erst das Spielfeld betreten hatte.

Ausländische Unternehmen müssen auf Gesetze warten und sich an sie anpassen. Inländische Unternehmen müssen in manchen Fällen nicht warten – weil sie wissen, in welche Richtung Gesetze geschrieben werden und für wen.

Sechs Jahre Anstrengung eines internationalen Konzerns wurden von einem Unternehmen ausgelöscht, das noch nicht einmal ein Jahr alt ist. Nicht wegen eines geschäftlichen Wunders, sondern wegen eines Wunders der Mechanismen. Und aus dieser Geschichte verstehen viele: In Vietnam gewinnt nicht immer der Beste – oft gewinnt derjenige, der innerhalb der Machtstruktur die günstigste Position einnimmt.

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